Jede Stimme Zählt, Also Wählt – Oder Doch Nicht?

In diesem eingereichten Gastbeitrag befasst sich der Autor mit dem Sinn und dem Unsinn von Wahlen und erzählt warum er/sie gar nicht mehr wählen geht!

Jede Stimme Zählt, Also Wählt - Oder Doch Nicht

Es ist mal wieder soweit. Die Kommunalwahlen stehen an. Während die einen nicht wählen wollen, vertreten andere die Meinung dass jede Stimme zählt. Und so wird ein Aufruf nach dem anderen an die Nichtwähler gestartet man solle doch bitte wählen gehen da jede Stimme wichtig sei. Zusammen kann man es schaffen. Und jeder, der nicht wählen geht, der will auch nichts verändern, meckert allerhöchstens ein bisschen herum ohne Taten folgen zu lassen. Doch ist das wirklich so?

Ich persönlich gehöre zu den Nichtwählern. Warum? Ein kaputtes Auto fährt sich nun mal nicht besser nur, weil man den Fahrer austauscht. So ist das auch mit der Politik. Ein System, was von Grund auf defekt ist, wird einfach nicht besser funktionieren, nur weil man einer anderen Partei die Führung überlässt, die Bundeskanzlerin gegen eine/n andere/n austauscht, oder Änderungen in der großen Koalition hervorruft. Jemand der das tut, in dem er bei einer Wahl seine Stimme abgibt, der ist derjenige der nichts verändert, einfach weil er immer und immer wieder das selbe macht. Neue Wahl? Kein Problem, Kreuzchen auf Stimmzettel und weg damit, auf dass sich genug Leute finden lassen die ja bloß selbe Wahl treffen.

Aber was genau hat das jetzt mit den Nichtwählern zutun? Ich wage mal zu behaupten dass mit dem Aufruf “Leute geht Wählen, jede Stimme zählt!” sich unter verdeckter Hand der Aufruf steckt nicht einfach nur Wählen zu gehen, sondern auch Partei / Kandidat XYZ zu wählen, denn man will ja etwas verändern. Und wenn alles das tun, ja dann kommt die heißersehnte Änderung. Und was genau bewirkt diese!? Im Grunde genommen nichts.

So wie die Zeit geht auch unser Land, ja die ganze Welt immer und immer weiter in Richtung einer ungewissen Zukunft. Mal in die eine Richtung, mal in die andere. Die einen wollen das, die anderen wollen das. Die einen wollen es so, die anderen wollen es so. Und immer da, wo Uneinigkeit aufeinander trifft entstehen Spannungen, die auch gerne mal in dem ein oder anderem Krieg enden.

Doch statt zu trennen was nicht zusammengehört und zu versuchen eine gesunde Koexistenz herzurichten wird alles zusammengepfercht über einen Haufen geworfen mit dem man sich abzufinden hat, ihn im Bestfall auch noch befürwortet und seine Stimme dafür gibt. Da hilft auch keine Meinungsfreiheit, wenn das Ergebnis einer demokratischen Wahl letztendlich dann doch für alle durchgesetzt wird. Und dann gibt es ja noch Parteien wie die NPD und Co.

Was tun, wenn sämtliche Nichtwähler die NPD wählen, oder wie viele es aktuell machen und die AfD wählen? Dann hat man mit einem mal einen ganzen Haufen neuer Wähler zutun die aber die falsche Partei gewählt haben. Ist dann auch wieder nicht richtig. Was war Demokratie nochmal? Man wählt eine Partei / einen Kandidaten, der einem am besten zusagt? Was war nochmal Meinungsfreiheit? Jeder kann eine eigene Meinung haben und diese auch frei äußern? Nichtwähler sollen bitte wählen gehen, weil jede Stimme zählt?

So sehr der Gedanke auch naheliegen mag dass wenn man eine andere Partei / Kandidaten wählt sich dann auch etwas ändern wird, so falsch ist auch das Ganze denn ja: Es wird sich etwas ändern. Zum Besseren? Das weiß niemand. Das einzige was sicher ist, ist dass sich etwas ändert: Der Fahrer eines kaputten Fahrzeugs.

Ich habe im übrigen auch oft mit Leuten gesprochen und so Sachen zu hören bekommen wie: “Ja, aber Partei X ist im Gegensatz zu Partei Y das kleinere Übel”. Jo, mag sein, aber: Ein Übel das kleiner ist als ein anderes ist immer noch ein Übel. Nun darf sich jeder die Frage stellen was er denn eigentlich möchte: Ein kleineres Übel oder gar kein Übel?