Lage in Aleppo: Merkel drängt auf sofortige Waffenruhe

Die Bundeskanzlerin setzt sich für eine sofortige Waffenruhe und ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe in Ost-Aleppo ein. Das sagte Regierungssprecher Seibert in Berlin. Wichtig sei es, die innersyrischen Gespräche wiederaufzunehmen. Nur auf diese Weise lasse sich die territoriale Einheit Syriens erhalten.

Lage in Aleppo Merkel drängt auf sofortige Waffenruhe

Die Einnahme des umkämpften Ostteils Aleppos durch die syrischen Streitkräfte steht wohl kurz bevor. Die Kampfhandlungen sind noch nicht zu einem vollständigen Ende gekommen. Die Vereinten Nationen haben sofortigen Zugang zum Ostteil Aleppos gefordert.

Regierungssprecher Steffen Seibert mahnte am Mittwoch: “Es ist nicht zu spät, mehr sinnloses Blutvergießen zu verhindern.”

Regime für Zerstörung Ost-Aleppos verantwortlich

Niemand wisse, wieviel Männer, Frauen und Kinder in den letzten Wochen im Bombenhagel ums Leben gekommen, wie viele an Hunger und Entkräftung gestorben seien. Niemand wisse, wie viele in den sogenannten “Screening”-Zentren des Assad-Regimes misshandelt würden und um ihr Leben fürchten müssten, so der Regierungssprecher.

Seibert weiter: “Was wir wissen ist, dass das syrische Regime dafür verantwortlich ist, dass das syrische Regime diese Verbrechen angeordnet, zugelassen und durchgeführt hat. Wir wissen, dass iranische Kämpfer und vom Iran finanzierte schiitische Milizen daran beteiligt waren und sind.”

Rolle Russlands

Ohne die massive russische militärische Unterstützung sei die Zerstörung Ost-Aleppos nicht möglich gewesen. Die russischen Streitkräfte seien an den Luftangriffen auf zivile Gebiete und Einrichtungen beteiligt gewesen.

Russland habe “die Versuche des UN Sicherheitsrates blockiert, eine humanitäre Feuerpause und eine Evakuierung von Zivilisten unter UN Beobachtung durchzusetzen.” Alle Appelle seitens der UN seien ignoriert worden.

Logik militärischer Gewalt aufgeben

Aus Sicht der Bundesregierung ist es noch möglich, die Überlebenden in Sicherheit zu bringen und sich auf eine landesweite Waffenruhe zu einigen. Wichtig sei es, die innersyrischen Gespräche wiederaufzunehmen mit dem Ziel, eine politische Lösung zu finden, stellte Seibert fest.

Nur so lasse sich die territoriale Einheit Syriens erhalten und Sicherheit und Stabilität wieder herstellen. Es sei auch Aufgabe insbesondere Russlands, den Zugang des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz nach Ost-Aleppo und die Versorgung der Bevölkerung dort mit humanitärer Hilfe zu ermöglichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin über die Lage in Ost-Aleppo gesprochen. Laut Seibert hat sie sich für eine sofortige Waffenruhe und einen ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe eingesetzt.