Meine Bewertung des Wahlergebnisses in Mecklenburg-Vorpommern

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich durchaus sehr gemischte Gefühle zu den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern habe. Auf der einen Seite muss man einfach die Entscheidung des Volkes akzeptieren, immerhin leben wir in einer Demokratie, auf der anderen Seite empfinde ich ein Wahlergebnis von über 20 % für die AfD als sehr kritisch und dafür mache ich hauptsächlich die anderen Parteien und die Medien verantwortlich.

Als am Sonntag die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern liefen explodierte Twitter förmlich, auch mit ein paar rassistischen Äußerungen. Der Großteil der mich aber störte waren viele Tweets von der Linken, SPD und CDU in welchen fast ausschließlich vor einem Wahlsieg der AfD gewarnt und der Bürger aufgefordert wurde eine “ordentliche” Partei zu wählen.

Alternative fuer Deutschland

Alternative fuer Deutschland

Das ist kein Wahlkampf, das ist Polemik und ich glaube das genau durch solche Aktionen Befürworter von gewissen Ansichten eher motiviert werden ihre Stimme abzugeben, während Personen, die sich vielleicht sehr sicher sind, den Gang zur Wahlurne unterließen.

Wo ist das denn bitte Wahlkampf? Auch die Medien haben sich sehr einseitig gegen die AfD positioniert. Es wurde immer nur darüber gesprochen oder geschrieben was passiert, wenn und zwar ausschließlich auf die Alternative für Deutschland gemünzt.

Ich hätte mir das auch zu anderen Parteien in diesem Umfang gewünscht, auch das man dort die Wahlprogramme sehr intensiv überall bespricht. Damit wurde diese Partei in den gesellschaftlichen Fokus gestellt, da kommt man auch nicht so sehr um den Begriff “Lügenpresse” herum, wenn man sich eingeschworen und einheitlich auf ein Feindbild stürzt.

Versteht mich nicht falsch: Ich persönlich bin kein Anhänger, Fan, Sympathisant oder Befürworter der AfD, aber eine künstliche Verteufelung durch die etablierten Parteien und die Medien haben diese Partei erst so stark werden lassen und das teilweise, meiner Meinung nach, künstlich.

Natürlich kann man in einer Demokratie zu jedem Standpunkt unterschiedliche Ansichten haben und die muss man dann diskutieren und zwar breitflächig und nicht nur punktuell und so fokussiert, so wie es eben gemacht wurde.

Wie bewerte ich den Wahlerfolg der Alternative für Deutschland? Nun, bisschen über 20 %, doch, das hätte ich schon erwartet, einfach, weil das die Stimmung im Land ist und wenn wir ehrlich sind, auch schon immer war. Auch wenn ich einige Ansichten nicht teile, so muss ich doch in der Lage sein, anderen Menschen ihre Ansichten zu lassen, das nennt man Demokratie – da kann man sich nicht nur die Rosinen rauspicken.

Warum wurden zum Beispiel die Rüstungsexporte, das Bildungswesen, die Massenüberwachung durch die NSA (unterstützt durch den BND), Steuerparadiese oder Lohnungleichheit thematisiert, von allen Parteien? Nein, da wird der Hartz 4-Satz um 5,00 EUR erhöht und der Niedrieglohnarbeiter tritt nach unten – hätte man nicht auch den Mindestlohn anheben und somit die empfundene soziale Ungerechtigkeit aufsplitten können?

Ja, wir haben auch sehr viele Probleme in Deutschland, aber verglichen mit den Problemen in Syrien ist das gar nichts. Ja, Syrien mag weit weg sein und es ist schon schlimm das so viele Menschen da krepieren, Kinder von Nagelbomben zerfleddert werden und nur noch blut-gurgelnd irgendwo herum liegen – das ist die Realität, das muss angegangen werden und nicht ob wir jetzt Christlich, Islamistisch oder Jüdisch sind.

Alle Religionen predigen von früh bis spät die Nächstenliebe und das man Menschen in Not helfen soll und dann schauen wir zu wie Millionen von Menschen krepieren und das ist eigentlich das schäbige daran, das wir einfach 0 dazu bereit sind zu teilen.

Während dort Menschen um ihr Leben laufen erzählen uns Politiker aller Parteien wie schlimm das doch ist und sitzen da in Designerklamotten, mit frisch geschnittenen Haaren und Make-Up in der Visage – das ist schon eine ziemlich geheuchelte Diskussion, wenn so jemand dann sagt Deutschland wäre überfordert.

Seitdem sind die Medien voll mit Schlagzeilen wie: Die Kanzlerin braucht eine neue Strategie gegen die AfD. Das ist Populismus der reinsten Form. Die Partei wurde gewählt, ob es uns passt, oder nicht und mit der Situation muss man sich auseinander setzen und nicht wie man eine andere Partei wieder zerstört, denn offensichtlich fühlen sich 20 % der Bürger von ihr repräsentiert.