Stopfen sich die Banken an der Mittelschicht die Taschen voll?

Die Postbank hat beschlossen ab sofort nur noch kostenlose Konten für Besserverdiener ab 3.000 EUR Netto anzubieten, der Rest zahlt Kontogebühren!

Stopfen sich die Banken an der Mittelschicht die Taschen voll

Manchmal kann man sich ja schön billig aufregen, weil es bei manchen Themen auch echt nicht viel dazu gehört, wie z.B. bei der Postbank: Kostenloses Konto nur noch für Besserverdiener!

Wer ein Konto bei der Postbank hat und monatlich nicht zur Postbank-Unterschicht mit einem Netto-Einkommen von 3.000 EUR gehört, der muss in Zukunft noch einmal 3,90 EUR Kontoführungsgebühren bezahlen – weil es ja mehr Sinn macht diese Gebühr beim kleinen Mann zu holen, als bei den Besserverdienern.

Wenn man dann noch weiß, dass das Unternehmen 0,4 Prozent Zinsen an die Europäische Zentralbank zahlen muss für Geld, was bei der Postbank liegt, dann fragt man sich schon warum sie die Personen zur Kasse bitten die kleines Guthaben haben und nicht die, die ein großes Guthaben besitzen und somit auch mehr Euros bei der Europäischen Zentralbank hinterlegen müssen.

Ich verstehe da einfach nicht den Sinn dahinter – klar, das Unternehmen will liquide bleiben und vermeiden das Großkunden ihre Finanzen zu anderen Banken transferieren, aber ein riesiger Schlag ins Gesicht für alle Sparer die jetzt noch dafür zahlen dürfen der Postbank ihr Geld zu geben.

Bei der Postbank befinden sich 5.300.000 Konten – ich bezweifel ja das der Großteil über ein Netto-Einkommen von 3.000 EUR verfügt, aber wie sagt Susanne Klöß (Postbank-Vorstand): “Mit der Neuordnung unserer Kontowelt schaffen wir eine faire Balance zwischen den Interessen unserer Kunden einerseits und denen unserer Aktionäre andererseits”.

Die Umstellung findet bereits in 2 Monaten statt – eigentlich auch fraglich wie viele davor überhaupt merken das diese Gebühr kommt und wie viele sich dann doch nicht entscheiden das Kreditinstitut zu wechseln. Normalerweise müssten alle ihre Konten dort dicht machen und woanders hingehen, aber der Aufwand die Kontodaten überall zu aktualisieren wird dem Großteil wohl zu viel sein.

Und auch wenn das Unternehmen die Kunden via Postwurfsendung und via Medien über diese Änderung unterrichtet, so empfinde ich es doch irgendwie als Enteignung, wenn nicht sogar als Diebstahl. Immerhin arbeiten die Banken mit den Geldern ihrer Kunden um ihr eigenes Kapital an den Aktienmärkten zu nähren. Die Postbank hält aber wohl gerne auf beiden Seiten die Hand auf.

Als Nächstes habe ich bei einem Preisvergleichsportal einfach mal die Konten verglichen, auch mit Kontoführungsgebühr 0,00 EUR und da ist die Postbank noch aufgelistet. Wer also den Medienrummel nicht mitbekommen sollte und jetzt noch zur Postbank wechselt, der könnte schon sehr zeitnah eine Überraschung erleben.

Anbei eine Liste der Banken, welche zur Cash Group gehören und somit vermutlich alle demnächst, wenn sie es nicht schon haben, kostenpflichtige Konten anbieten werden.

  • Deutsche Postbank
  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • Dresdner Bank
  • Bayerische Hypo- und Vereinsbank
  • Berliner Bank
  • Comdirect Bank
  • DAB Bank
  • Norisbank